Tag: März 9, 2015

Nächster Stop: Siem Reap – die Hinfahrt 

Eine Busfahrt, die ist lustig… Und so weiter. Nach sehr viel Bus, haben wir uns für die abenteuerliche Reise mit dem langsamen Boot entschieden. Wir haben davor im Interner recherchiert und die Meinungen waren so ambivalent, dass man zu keinem Stimmungen Ergebnis kommen konnte. Zwei Jungs, die ich auf Koh Rong kennengelernt habe, waren hellauf begeistert von der Reise und haben es mir warmen Herzens empfohlen.
Also gestern Abend die Tickets gekauft, die bisher der teuerste Transport überhaupt waren und los gehts am nächsten Tag um 07:00

Die erste Stunde ging ganz gut. Wir waren mit ca. 8 anderen Weißen und ein paar Kambodschanern an Bord und sind langsam losgetuckelt. Momentan ist absolute Trockenzeit und der Wasserstand extrem niedrig, was auch unsere größte Sorge war. Langsam aber sicher kamen wir in sehr seichtes Gewässer und ständig blieben wir stecken. Dann musste der Bootsjunge entweder ins Wasser springen und anschieben oder mit einem langen Brett so lange rumwerkeln, bis wir wieder frei waren. 

Der Weg führte uns gefühlte Ewigkeiten durch Brachland, schwimmende Dörfer, vorbei an den ärmsten Menschen, die man sich vorstellen kann. Vorbei an Grundschulen, schwimmenden Moscheen und Kirchen, schwimmenden Supermärkten, Zucchinifeldern, Reisfeldern, und noch unzähligen anderen Dingen. 
Stephan konnte bald nicht mehr sitzen, die Bänke waren sehr sehr einfach und hart und die Vibration vom Motor machte es nicht besser. Ich konnte irgendwann schlafen, ausgestreckt über 2 Bänke und dem Kopf auf einer Schwimmweste… Mein Buch habe ich auf Koh Rong ausgelesen, den Stern auch und so war ich quasi „literaturlos“. Wollte mir in Battambang noch eins kaufen, haben aber keinen Buchladen mit englischen Büchern gefunden. 

Die Fahrt hat ECHT lange gedauert. Sind pünktlich um 07:00 los mit einer kurzen Pause um 11:15-11:30. angekommen in Siem Reap sind wir dann gegen 18:30 – eine Reise von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Leider sind wir auch im nichts angekommen und mussten noch 35 min mit dem Tuktuk in die Stadt fahren. Stephan ist vollkommen fertig und leider haben wir auch unser Hostel nicht gefunden. Es ist ganz neunund niemand kennt es. Eine super Liebe Kandierin hat uns dann gerettet, am Hotel angerufen und uns abholen lassen. Falls also jemand etwas an ihre NGO spenden möchte, Daten werden bald bekannt gegeben. 

Ob ich es nochmal machen würde, ich weiß es nicht, denke aber tendenziell schon. Waren mit Wasser, Baguettes, Bananen und Keksen ausgestattet. Gebraucht haben wir aber fast nur das Wasser und Baguette. Es war wieder mal unbeschreiblich heiß und ohne Fahrtwind, unerträglich. 

Die Armut war auf diesem Teil unserer Reise allgegenwärtig, aber trotzdem haben alle Menschen gelacht und jedes Kind hat gewunken und schienten wirklich glücklich zu sein. Man muss also nicht immer alles haben, die Kinder hier wissen (zum Glück) nicht von der Welt da draußen und deren Eltern haben als Hauptsorge die Familie zu ernähren… 

Unsere Schiffsschraube wurde mindestens 4x gewechselt und jedes Mal haben wir einfach gehofft, dass es irgendwie weiter geht, helfen hätte uns nämlich dort keiner können… Einmal sind wir dann 10min auf einem der weltgrößten Seen herumgeschwommen, während unsere beiden Bootsmänner ein Stück Bambus mit einer Minimachete zurechtgehackt haben und es IRGENDWO im Motorraum verbaut haben. Ich bin kein Bootsmotorspezialist, aber komisch war das allemal. 

Stephan hat gefühlte 300 Seiten in seinem Zwergenmeisterwerk gelesen und ich Zeit gehabt, einige Nachrichten an alte Freunde vom Studium zu schreiben, sowie die beiden Blogartikel und mein Reisetagebuch. 

Wir sind am vorletzten Stop unserer wunderschönen, aber anstrengenden Reise angekommen und hoffen auf Zivilisation, Hygienestufe > 3/5 und sauberes, fließendes Wasser, sowie die beeindruckenden Tempel von Angkor Wat, einem der neuen Weltwunder. 

Nächster Stop: Battambang

Was zum Teufel ist Battambang? Das fragt uns jeder und irgendwie kennt das auch niemand. Es ist aber die zweitgrößte Stadt in Kambodscha und liegt im Nordwesten, recht nahe schon an der thailändischen Grenze. Hingekommen sind wir von Sihanoukville (Festland von Koh Rong) über Phnom Penh und dann weiter nach Battambang. 

Um vier Uhr nachmittags haben wir die Fähre von Koh Rong aufs Festland genommen. Manche von euch wissen ja, wie sehr ich wackelige, kleine Boote hasse und dieses Mal war die See nicht so ruhig und eben wie beim letzten Mal. Weder Stephan, noch ich wurden seekrank- im Gegensatz zu vielen anderen. Trotzdem war ich froh, als wie ankamen. Sogar unsere Rucksäcke waren nass von der Brandung. Wir hatten noch 45 min zeit, bis wir von unseren Zubringerbus abgeholt wurden und sind Essen gegangen. Das erste Mal. Leider haben sich die Nudeln und Gnooci als nicht gut erwiesen und so haben wir die Hälfte stehen gelassen und sind halbhungrig zum Bus. 

Der Bus nach Phnom Penh war eine Art Sitz/Schlafbusse mit 30 Grad Rückenlehnen und man konnte seine Beine ausstrecken, ich zumindest, Stephan mit seinen Modellbeinen hatte da schon größere Probleme. Ich persönlich fand die Busse in Vietnam besser, da man da noch ein bisschen flacher liegen kann.kann einfach nicht schlafen, wenn mein Rücken nicht fast flach liegt. In PP mussten wir den Bus wechseln und wir waren von unseren Rucksäcken geschockt: völlig dreckig! Mit der braunen Erde von hier (stellt sich aber heraus, dass sie nachher noch viel dreckiger wurden). Um 01:00 dann in den neuen Bus mit einer super Schlafkoje, die so 1,30×1,70 war. Sogar mit Matratze und Kissen. Wenn die Straße nicht so furchtbar schlecht gewesen wäre und es mir nicht so unwohl gewesen wäre, hätte es die perfekte Reise sein können. Stephan meint auch, dass er auf der Busreise mehr und besser geschlafen hat, als auf Koh Rong zusammen. 

Um 06:40 kamen wir dann irgendwo auf einem entlegenen Busbahnhof an und nemand hat gesagt, wo wir sind oder was wir hier machen. Es war aber unser Ziel, die meisten aus unserem Bus sind weiter nach Bangkok. Gut, als wir gecheckt haben, dass wir irgendwie da sind und auch wieder nicht, haben wir uns ein Tuktuk gesucht und sind ins Hotel. Nach ein bisschen Diskussion haben wir bereits süperfrüh einchecken können und haben erst mal bis 10 Siesta gemacht. Danach auf zum Frühstück. 

Hatte eigentlich schon alles vorbereitet und ausgekundschaftet, wo wir zum frühstück hinkönnen. Mit dem Tuktuk zur Adresse: ZU. Es muss gesagt werden, dass wir da mehr oder weniger seit 2 Tagen nichts gegessen haben und dementsprechend hungrig waren. Irgendwann wurden wir fündig: teuerstes Frühstück auf der Welt. Dafür Baguette mit Nutella. 

Die Stadt bzw das Zentrum ist sehr beschaulich und klein, erinnert mich ein bisschen an den Norden von Malaysia durch die vielen Kolonialbauten. Wirklich viel gesehen haben wir von der Stadt allerdings nicht, weil es unbeschreiblich heiß war. Ich schätze so um die 40 Grad und wir sind mehr oder weniger vom Frühstückscafe ins nächste und übernächste. Das letzte hatte sogar Klima und dort wollten wir nicht mehr weg. Während Stephan geskypt hat, habe ich für die Bootsreise am nächsten Tag Baguettes und Bananen gekauft und danach sind wir zum abkühlen ins Hotel. Mit dem Abendessen hatten wir auch leider nicht so Glück, irgendwie ist momentan der Wurm drin. 

Morgen heißt es früh aufstehen: Minimum 7 Stunden mit dem Boot nach Siem Reap! Es soll die schönste Bootstour in Kambodscha sein. Mal gucken! Teuer ist sie auf jeden Fall (teuerster Transport bisher).